Land und Leute

Die Völker in Laos

Ein Merkmal von Laos und gleichzeitig Ausdruck des kulturellen Reichtums der Region sind die zahlreichen unterschiedlichen Ethnien, aus denen sich die Bevölkerung des Landes zusammensetzt. Die Volkszählung im Jahr 2000 ergab eine Gesamtzahl von 49 Volksgruppen, wobei die tatsächliche Zahl noch weit höher liegen dürfte. Allerdings war der Vielvölkerstaat in der Vergangenheit immer wieder ein Grund für das Auftreten von Konflikten. Die Zukunft des Landes wird auch davon abhängen, ob es die Politik versteht, einen Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Volksgruppen herzustellen.

Knapp über sechs Millionen Einwohner zählt die Bevölkerung von Laos. Am dichtesten besiedelt sind die Ebenen entlang des Mekong, in den Bergen im Norden und Osten leben weit weniger Menschen. Nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung wohnt in Städten. Die Metropolregion um die Hauptstadt Vientiane weist mit rund 750.000 Menschen die höchste Bevölkerungsdichte des Landes auf.

Ein kleiner laotischer Junge in Luang Prabang
Ein kleiner laotischer Junge in Luang Prabang

Das Mehrheitsvolk in Laos sind die Lao Loum (Tieflandlaoten), die zur Gruppe der Tai-Völker gehören. Sie machen rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung von Laos aus. Die Lao Loum sind unterteilt in weitere Untergruppen, zu denen die Lao Meui, Lao Neua, Lao Phuan und Lao Yuon gehören. Ihr Name entspringt dem Umstand, dass sie hauptsächlich im Flachland entlang des Mekong siedeln.

Mit etwas mehr als 20 Prozent bilden die Lao Theung die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe von Laos. Sie gehören zu den Mon-Khmer-Völkern und sind die älteste Ethnie des Landes. Unter dem Begriff Lao Theung sind etliche kleinere Völker zusammengefasst, die im ganzen Land verteilt leben. Von den Lao Loum wurden sie einst aus dem Flachland in die Berge vertrieben, wo sich seitdem ihr traditioneller Siedlungsraum befindet. Zu den größten Untergruppen der Lao Theung gehören die Khmu im Norden und die Katang in Zentral-Laos. Heutzutage leben die Angehörigen der Lao Theung vom Ackerbau, der Viehzucht und der Jagd. Einige wenige verdienen sich ihren Lebensunterhalt als schlecht bezahlte Arbeiter. Sie sind meist sesshaft geworden und ihre Dörfer bestehen aus kunstvoll errichteten Pfahlbauten, in denen oft eine Großfamilie unter einem Dach zusammenwohnt. Einige Stämme der Lao Theung sprechen noch immer ihre eigene Sprache und pflegen animistische Glaubensformen.

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Dorfleben in Laos
Dorfleben in Laos

Die kleinste ethnische Gruppe in Laos sind die Lao Soung, die rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie gehören zu den sino-thibetischen Völkern, die ursprünglich aus dem Süden Chinas einwanderten. Auch zu den Lao Soung gehört eine Vielzahl kleinerer Völker, deren Siedlungsraum in den Bergen des Nordens und Nordostens liegt. Die größten Gruppen bilden die Hmong und die Yao. Viele Angehörige der Hmong mussten allerdings ins Ausland fliehen, da sie während des Zweiten Indochinakriegs gegen die Truppen der Demokratischen Volksrepublik Laos kämpften. Die Lao Soung leben hauptsächlich von der Viehzucht und dem Ackerbau.

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