Reiseberichte Laos

Reisebericht: Auf dem Mekong durch Laos

Im letzten Jahr habe ich mir eine zweiwöchige Auszeit von meinem Mann und den Kindern genommen, mit dem Ziel, endlich den von mir schon lange geplanten Urlaub auf dem Mekong anzutreten. Meine Erfahrungen möchte ich mit diesem Reisebericht für Laos weitergeben. Dieser Fluss hatte schon seit meinem Geografie-Studium eine mehr als starke Anziehungskraft auf mich.  Diesen Strom und die durch ihn bedingten Auswirkungen auf Mensch und Natur in Südostasien einmal live zu erleben war definitiv ein lang gehegter Traum. Da ich nicht die Zeit hatte den kompletten Mekongverlauf zu bereisen, entschied ich im Vorfeld, den Verlauf des Mekongs von Nordlaos quer durch Laos, Kambodscha und Vietnam zu folgen.

In diesem Reisebericht gehe ich nur auf den Teil der Reise in Laos ein. Zum einen weil alles andere sicherlich den Umfang eines solchen Erfahrungsberichtes sprengen würde, zum anderen weil es aus meiner Sicht sicherlich den mit weitem Abstand schönsten Teil der Reise beinhaltet. Aber fangen wir ganz von Vorne an:

Die Anreise

Nach Laos angereist bin ich über Vietnam, da ich von dort auch wieder den Rückflug antreten wollte. Von Ho Chi Minh City (Saigon) nahm ich dann einen Flieger nach Vientiane. Dort angekommen bin ich in einer relativ beschwerlichen Busreise nach Huay Xai weitergereist. Rückblickend war diese Route sicherlich nicht die Beste. Wenn ich es noch einmal machen könnte, würde ich wohl eher von Thailand aus anreisen. Die Anreise war alles in allem zu beschwerlich und zeitraubend…

Abschnitt 1: Von Huay Xai nach Luang Prabang

In Huay Xai fragte ich dann erst einmal nach den Möglichkeiten einer Bootstour der Flussrichtung des Mekong folgend. Es gab die Möglichkeit sowohl mit einem so genannten Speed Boat oder aber auch mit einem Slow Boat die Reise in Richtung Luang Prabang anzutreten. Da ich jedoch noch nicht in Eile war und ich in meinem Reiseführer auch gelesen hatte, dass die Speed Boote eine hohe Unfallquote haben, fiel die Wahl schnell auf das Slow Boat. Da es erst am nächsten Morgen startete, war ich gezwungen, die nächste Nacht in Huay Xai zu verbingen. Die Stadt wirkte doch sehr klein und provinziell, die Freundlichkeit der Menschen war jedoch auffallend. Am nächsten Morgen ging es dann auf in Richtung Ablegesteg.

Dann eine erste Ernüchterung: Am Steg tummelte sich eine riesige Horde an Reisenden und nur eine überschaubare Anzahl von Booten war zu sehen. Ich musste mich also in ein Boot mit gefühlten 50 weiteren Urlaubern quetschen. Am Anfang war dies noch angenehm, um neue Kontakte zu knüpfen, am Ende nervte die fehlende Privatsphäre dann doch. Die Tour nach Luang Prabang, der zweitgrößten Stadt von Laos, dauert zwei Tage. Man macht einen Zwischenstop in Pak Beng. Erste wichtige Lektion, die ich hier lernte, war ausreichend Proviant in Form von Essen und Wasser mitzunehmen. Das Angebot an Bord ist schlecht und gering. Dies habe ich dann erfreulicherweise für die weiteren Reiseabschnitte berücksichtigt. Diesen Teil der Reise, sprich nach Pak Beng, empfand ich als nicht empfehlenswert. Das Boot war zu vollgestopft, so dass man weder die Natur oder die Umwelt noch den Fluss richtig erleben kann und Pak Beng ist auch kein sehenswerter Zwischenstop.

Tolle Location für ein Abendessen am Mekong in Luang Prabang
Tolle Location für ein Abendessen am Mekong in Luang Prabang

Abschnitt 2: Von Luang Prabang mit dem Bus nach Vientiane und danach weiter nach Savannakhet

Am Ende des zweiten Tages erreichten wir dann Luang Prabang. Als unser Boot am Steg ankam, wurden wir bereits von hilfreichen Tuk Tuk Fahrern empfangen; hier wurden auch direkt Hotels empfohlen. Das empfand ich als sehr hilfreich. In Luang Prabang hatte ich zwei Übernachtungen eingeplant, da ich ja noch einen Tag diese Stadt auf meiner Reise erleben wollte. Die Entscheidung war genau richtig, die Stadt ist wirklich ein Kleinod in Südostasien und definitiv einen Besuch wert. Am Morgen des nächsten Tages dann aber eine weitere Ernüchterung: Es wurden keine Bootstouren in Richtung Vientiane angeboten. Schweren Herzens habe ich mich dann in den Bus gesetzt.

Sonnenuntergang am Ufer des Mekongs in Vientiane
Sonnenuntergang am Ufer des Mekongs in Vientiane

In Vientiane angekommen, erfuhr ich, dass derzeit die Möglichkeiten, den Mekong flussabwärts zu reisen ebenfalls nicht gut sind. Erfreulicherweise habe ich hier dann ein kompetentes Reisebüro gefunden, welches mich dann hinsichtlich meiner Reisemöglichkeiten gut beraten hat. Ich buchte also direkt von hier eine Bustour von Vientiane nach Pakse und eine weiterführende Mekong-Bootstour von dort.

Abschnitt 3: Von Pakse nach Champasak

In Pakse angekommen ging ich am nächsten Tag an den Ablegesteg und zu meiner Überraschung waren nur zwei andere Mitreisende und der Bootsbesitzer dieses Mal im Boot. Ein guter Start. Nun hatte ich endlich Zeit, den Fluss einmal so richtig auf mich wirken zu lassen und ausreichend Platz war erfreulicherweise auch vorhanden. In dieser Region bildet der Mekong schon eine wichtige Verkehrsader und außerdem trägt er mit seiner Größe auch erheblich zur Fruchtbarkeit der Tiefebene von Laos bei. Es ist unwahrscheinlich schön, die Fischer bei ihrer täglichen Arbeit, spielende Kinder am Flussrand oder auch Tiere am Fluss live zu erleben. Die Eindrücke aus diesem Teil der Reise werde ich immer bei mir halten…

Eindrücke auf der Fahrt - im Mekong spielende Kinder in der Nähe von Pakse
Eindrücke auf der Fahrt – im Mekong spielende Kinder in der Nähe von Pakse

Abschnitt 4: Von Pakse nach Si Phan Don

In Champasak angekommen konnte ich direkt mit einem Boot in Richtung Si Phan Don weiterreisen. Die Eindrücke auf diesem Teil der Reise waren auch schön und auf irgendeine Art auch beruhigend. In Si Phan Don angekommen habe ich die Gegend erkundet. Empfehlenswert sind hier sicherlich die Besichtigung der Wasserfälle, der franzöischen Eisenbahnlinie und der Versuch, die fast ausgerotteten Irawadidelfine zu Gesicht zu bekommen. Hier habe ich mir zwei Tage Zeit gelassen, ehe ich dann mit dem Bus die Grenze nach Kambodscha mit dem Bus passiert habe. Die Überquerung der Grenze mit einem Boot war leider nicht möglich.

Das Reisebericht-Fazit

Alles in allem hatte ich mir die Erkundung des Mekongs in Laos anders vorgestellt. Man merkt schon deutlich, dass dieses Land noch nicht so gut organisiert ist und die touristischen Angebote noch keine Überhand genommen haben. Dennoch kann ich die für mich wundervollen Eindrücke dieser Bootstour, gerade im Süden des Landes, als Höhepunkt meiner Mekong Reise nennen. Ich denke das kann man auch diesem Reisebericht entnehmen. Daher empfehle ich jedem nur, dieses selbst einmal zu versuchen.

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