Reiseberichte Laos

Reisebericht Hochland von Laos

Laos ist noch genau das Südostasien, wie man es sich vorstellt. Abseits der Städte ist das Land noch vollkommen unberührt. Vor allem der Nordosten des Landes, das Hochland, das im Norden an China, im Osten an Vietnam grenzt, sieht nur wenige Besucher. Daher dieser Reisebericht! Hier leben vor allem ethnische Minderheiten in kleinen Dörfern, die noch wenig Zugang zur Zivilisation haben. Für Abenteurer ist ein Ausflug oder eine Rundreise durch diese laotischen Provinzen von Luang Prabang deshalb besonders interessant. Phonsavan und Xam Neua besitzen auch eigene Provinzflughäfen und sind von Vientiane aus auch per Flugzeug zu erreichen.

Wer aber der Meinung ist, Besucher müssten sich mit Machete durchs Unterholz des Urwalds schlagen, der irrt. Im Stundentakt verkehren Regionalbusse zwischen Vientiane oder Luang Prabang und dem Hochland. Die Fahrt dauert durchaus bis zu 14 Stunden. Am besten fährt man abends in Vientiane ab und kommt morgens in Phonsavan an. Alternativ gibt es eben auch das Flugzeug in Laos, allerdings verpasst man damit den eigentlich schönsten Teil des Ganzen: die Fahrt selber. Denn der Aufstieg mit dem Bus und die Aussicht am frühen Morgen in die Täler gehören zu den schönsten Erlebnissen in Laos, die Besucher bei einer Asienreise überhaupt erleben können. Die Busse sind im Übrigen sicher. Die rasante Fahrweise anderer asiatischer Nationen scheint sich in Laos nicht verbreitet zu haben.

Das Hochland ist nicht nur nicht touristisch erschlossen, sondern es fehlt an wirklich allem, was unsere moderne westliche Zivilisation ausmacht. Dies gilt jedoch nicht für die Provinzstädte in Laos, die über eine normale Infrastruktur verfügen. In Phonsavan befindet sich auch ein sehr gutes Ressort. Allerdings haben die zahlreichen kleinen Dörfer auf dem Wege nach Phonsavan eben keinen Stromanschluss. Häufig fehlt auch eine Wasserversorgung. Die hier lebenden Laoten gehören zu der Minderheit der Hmong, einer ethnischen Gruppe, die auch in Südchina und Vietnam leben. Ihre Aktivitäten im Vietnamkrieg hat viele Hmong zur Flucht nach Kanada oder in die USA veranlasst. Die Hmong leben hier in Laos wirklich noch in den bescheidensten Verhältnissen. Und wenn wir Europäer das Ganze sehr romantisierend betrachten, uns darüber freuen, welche beschaulichen Bilder wir da sehen, muss man zugeben, dass diese Menschen einfach arm sind. Viele leben von nicht einmal einem Euro im Monat.

Das unberührte Hochland von Laos
Das unberührte Hochland von Laos

Trotzdem ist ein Besuch dieser Region von Laos nicht umsonst. Die wunderbare Landschaft und die reiche Kultur der ethnischen Minderheiten selber sind ein wundervoller Kontrast zum doch sehr westlichen Lebensstil, das man in Vientiane gewöhnt ist. Phonsavan ist eine kleine Stadt, die nur wenige Sehenswürdigkeiten besitzt. Unweit der Stadt liegt eine der mysteriösesten archäologischen Fundstellen der Welt: die Ebene der Tonkrüge. Die Krüge sind in Wirklichkeit aus Stein und wiegen bis zu 5-10 Tonnen. Vor mehr als zweitausend Jahren hat ein unbekanntes Volk mehrere tausend dieser riesigen Steinkrüge hier aufgestellt. Eine laotische Legende berichtet von einem Fest er Riesen. Das Gelände ist heute zu großen Teilen zugänglich und ein wirklich lohnendes Ausflugsziel. Ein wenig weiter weg von Phonsavan finden sich Reste eines alten Königreiches, das sich hier um 1200-1400 befand. Alte Pagoden und Türme sind noch erhalten.

Xam Neua ist ähnlich Phonsavan. Die Stadt liegt nahe der vietnamesischen Grenze und wird deswegen von vielen Durchreisenden besucht. Hier sind mehr Touristen zu finden als in Phonsavan. Nahe Xam Neua beginnt eine Kette von Karstgebirgen. Die Region ist vor allem für Kletterfreunde mehr als interessant. Nahe Xam Neua befindet sich die zweite geheimnisvolle, archäologische Fundstelle von Laos: Nicht Krüge, sondern Steinstelen wurden hier zu tausenden aufgestellt. Wozu sie dienten ist ebenfalls noch vollkommen ungeklärt. Der Ausflug führt an Wasserfällen, kleinen Tälern und Dörfern vorbei. Von Xam Neua aus kann Vietnam leicht besucht werden.

Reisende in Laos sollten beim Besuch des Hochlandes ein wenig Demut und Bescheidenheit zeigen. Man muss nicht wie die Einheimischen im Lendenschurz herumlaufen, aber offensichtlicher Reichtum sollte ein wenig bedeckt werden. Die Menschen leben hier in einer Armut, die wir uns nicht vorstellen können. Dementsprechend sollten Besucher nicht allzu sehr über Annehmlichkeiten im Westen oder nur in Vientianes „prahlen“. Reisende sollten, auch wenn es schwerfällt, kein Geld geben. Das ist ein falsches Signal, das gerade von Kindern missverstanden wird. Geschenke sind natürlich möglich. Aber welcher Reisende kann alle Kinderherzen da glücklich machen? Helfen Sie durch eine Reise. Dies stärkt die Region wirtschaftlich nachhaltiger. Beim Besuch sollten Sie auch darauf achten, ausgeschilderte Wege niemals zu verlassen. Es besteht Minengefahr! Die Amerikaner haben dieses Gebiet während des Krieges vermint. Die Sehenswürdigkeiten sind zwar geräumt, aber nicht alle Flächen sind wirklich sicher. Diebstahl oder andere Kleinkriminalität ist sehr selten.

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