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Der Pha That Luang in Vientiane

Die prächtige goldene Stupa des Pha That Luangs in Vientiane ist das wichtigste Monument des Landes und zugleich ein nationales Symbol von Laos. Obwohl der Pha That Luang aufgrund der zahlreichen Restaurationen überraschend modern wirkt, geht das Bauwerk auf das 3. Jahrhundert nach Christus zurück und gehört damit zu den ältesten religiösen Stätten von Laos.

Die Geschichte des wichtigsten Gebäudes von Vientiane

Ursprünglich stand an diesem Ort ein Hindu-Tempel, denn zu dieser Zeit war der Hinduismus noch die dominierende Religion Südostasiens und somit auch von die Region von Laos. Als der indische Kaiser Ashoka im 2. Jahrhundert zum Buddhismus konvertierte, schickte er zahlreiche Missionare hinaus, die die Völker der Region von der neuen Religion überzeugen sollten. Zwei von ihnen brachten eine Reliquie des Buddhas (der Legende nach handelt es sich um das Brustbein!) nach Vientiane, die im Pha That Luang aufbewahrt wurde. Als die Khmer später die heutige Region Mittel-Laos eroberten, wurde die Stätte in einen Khmer-Tempel umgewandelt, der jedoch ebenfalls wieder verfiel.

Die heutige Form des Gebäudes geht auf König Setthathirat zurück, der im 16. Jahrhundert mit seinem Hofstaat von Luang Prabang nach Vientiane zog und einen neuen Tempel in Auftrag gab. Die 45 Meter hohe Große Stupa bildete den Mittelpunkt eines 69 x 69 Meter großen Areals und wurde mit dreißig kleineren Stupas umgeben.

Anders als beispielsweise die beeindruckende Shwedagon-Pagode von Yangon in Myanmar wurde er jedoch immer wieder von ausländischen Mächten wie Siam, China und Burma geplündert und das Gold geraubt, so dass die Stupa nie die gleiche unvergleichliche Pracht entwickeln konnte.

Im Jahre 1828 wurde der Tempel bei einer erneuten Invasion der Siamesen fast vollständig zerstört und blieb über lange Zeit eine Ruine. Erst der französische Architekt Louis Delaporte fertige 1867 detaillierte Zeichnungen des Tempels an, nach denen ab 1900 mit dem Wiederaufbau begonnen wurde. 1940 wurde der Pha That Luang jedoch noch ein weiteres Mal zerstört als sich die französische Kolonialmacht einen kurzen aber heftigen Krieg mit Thailand entlang des Mekongs lieferte. Nach Ende des 2. Weltkrieges und dem Abzug der japanischen Besatzer wurde er ein weiteres Mal restauriert und überstand den Vietnamkrieg unbeschadet.

Der Besuch des Pha That Luang

Die große Stupa wird heute von einem eingezäunten Areal in Vientiane umgeben, das für den Straßenverkehr gesperrt ist. Da der Pha Tat Lung etwa 4 km westlich des Stadtzentrums der Hauptstadt von Laos liegt, sollten Besucher am besten ein Taxi nehmen um dorthin zu gelangen. Wer den Fußmarsch durch Vientiane nicht scheut, erreicht das Gelände über die Lane Xang Avenue und die That Luang Road, die hinter dem Patuxai abzweigt.

Besucher betreten durch eines der großen Tore die unterste Terrasse des Geländes, die heute noch die klassischen Maße besitzt. 323 sogenannte „sima“ (Ordinationssteine) markieren den heiligen Bezirk. Von der untersten Terrasse führen Treppen durch „hao wai“ genannte Gebetstore auf die zweite Terrasse hinauf. Dort finden sich die dreißig kleinen goldenen Stupas, welche die große Stupa umgeben und 288 weitere „sima“. Die Zahl 30 ist übrigens nicht zufällig gewählt: Jede der Stupas steht für eine der dreißig notwendigen Perfektionen, die ein Mensch erlangen muss, ehe er erleuchtet werden kann. Auf der zweiten Terrasse finden auch die Feierlichkeiten zum Frühlings- und Herbstfest statt.

Eine weitere Treppe führt auf die dritte und letzte Terrasse hinauf, die nur noch 30 x 30 Meter groß ist und von der großen Stupa dominiert wird. Ungewöhnlich für südostasiatische Tempelanlagen ist der eckige pfeilartige Turm, an dessen Spitze sich eine stilisierte Bananenblüte befindet. Der Turm wird von 500 Kilogramm Gold bedeckt.

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Auch ein Rundgang um das Tempelgelände lohnt sich, denn in vielen Nischen sind schöne Buddhastatuen, Nagas und andere Skulpturen zu sehen, darunter eine Abbildung des Khmer-Königs Jayavarman VII. Von den Klöstern, die das Gebäude einst umgaben, sind heute nur noch zwei erhalten, eines im Norden und eines im Süden.

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