Land und Leute

Musik in Laos

Die Jugend von Laos hört heute natürlich genauso gerne Popmusik wie die Jugend der Nachbarländer. Traditionelle laotische Musik ist dagegen immer seltener geworden und wird heute fast nur noch zu besonderen Anlässen und in den Dörfern gespielt.

Die Khene

Das nationale Instrument von Laos ist die Khene, eine Art Panflöte, die aus Bambusrohren hergestellt wird. Vorläufer dieses Instrumentes waren schon in der Bronzezeit in ganz Südostasien verbreitet. Heute wird sie vor allem noch in Laos, im Nordosten Thailands und bei den ethnischen Lao in Kambodscha verwendet, wo sie in traditionellen lakhon-ken-Aufführungen eine Hauptrolle spielt. Wenn die Khene solo gespielt wird, ist von Dio Khaen die Rede, wenn es sich um ein Ensemble handelt, von Ponglang. Auch in der traditionellen Volksmusik Mor lam, die in Laos und in der nordost-thailändischen Provinz Isaan populär ist, kommt die Khene zum Einsatz.

Eine schöne Legende besagt, dass die Khene von einer Frau erfunden wurde, die damit den Ruf des Garawak-Vogels imitieren wollte. Als ihr König das Instrument sah, wünschte er eine verbesserte Version. Als sie damit zu ihm kam, antwortete er ihr „Tia nee khaen dee“ (diesmal war es besser).

Mor lam

Die traditionelle Volksmusik von Laos und Isaan hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt. Wurden Sänger früher nur von der Khene begleitet während sie alte Texte rezitierten, entstanden seit dem Ende des Kommunismus viele neue Variationen, die eher an moderne Popmusik erinnern und von elektronischen Instrumenten begleitet werden. Durch die vielen Arbeitsmigranten, die aus dem armen Isaan nach Bangkok zogen, verbreitete sich Mor lam auch in anderen Teilen von Thailand. Von dort schwappte die modernisierte Variante dann wieder über den Mekong ins Land zurück. Heute wird Mor lam in vielen Karaoke-Bars gesungen und enthält schlüpfrige Texte, die den konservativen Kritikern gar nicht gefallen.

Klassische Musik

Das klassische Lao Orchester ist eng mit der Musikgeschichte des benachbarten Thailand verbunden. Die zeremonielle formale Variante, die früher vor allem dem Königspalast vorbehalten war, wird Sep Nyai genannt, die populärere Version heißt Sep Noi oder Mahori. Beide Orchester bestehen aus Gongs, Trommeln, Becken, einem Xylophon und einer Oboe. Beim Sep Noi kommen noch zwei Streichinstrumente hinzu, die So U und So I genannt werden. Auch die Kheme wird häufig eingesetzt. Die klassische laotische Musik geht vermutlich auf die alten Khmer von Angkor Wat zurück.

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Moderne Musik

Nach langer Abschottung durch das kommunistische Regime öffnete sich Laos in den 90er Jahren für ausländische Einflüsse. In diesem Fall vor allem aus dem Nachbarland Thailand mit seiner lebendigen Popmusik-Szene. Beliebte junge nationale Künstler sind die Rockbands Cells, Smile Back Dog und Awake.

Cells gelang es, ihr zweites Album auch in Thailand zu veröffentlichen, wo zwei Singles die Top 20 erreichten. Die Hip Hop-Band LOG (Lao Original Geez) lieferte den Soundtrack zur thailändischen Sportkomödie „Mak Tae“ (Lucky Loser), die den laotischen Fußball so lächerlich machte, dass es zu einem diplomatischen Zwischenfall zwischen den Ländern kam.

Nach dem Vietnamkrieg wanderten viele Lao in die USA aus, wo ihre Nachkommen mittlerweile erfolgreiche Lieder in ihrer Heimatsprache machen, die nun wieder den Weg zurück in die ursprüngliche Heimat findet. Dazu gehören Ketsana Vilaylack, Phone Phoummithone und die Sängerin Birdie, die traditionelle laotische Musik mit modernen Klängen kombiniert. Auch Rockbands wie Sarky Mekmorakoth, der Hip Hopper Supasang und der Rapper Gumby haben sich eine große Fanbase erobert.

Natürlich hören junge Lao auch Lieder aus dem Ausland – von J-Pop über amerikanischen R’n’B bis zu Heavy Metal – die Jugend des Landes ist verrückt nach Musik wie überall anders auch.

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