Laos-Reisetipps

Laos oder Vietnam?

Ein aufstrebendes Land im Modernisierungsboom oder ein verschlafenes Land, in dem die Zeit still zu stehen scheint? Laos und Vietnam haben viel gemeinsam und sind doch sehr unterschiedlich. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass beide Länder gemeinsam gegen die Franzosen und später gegen die Amerikaner kämpften und Vietnam dabei immer die Funktion eines großen Bruders erfüllte, der das kleinere Nachbarland stark beeinflusste.

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Aber jetzt geht es weiter mit dem eigentlichen Vergleich…

Modernisierungsboom und Tradition

In den letzten zehn Jahren hat der vietnamesische Nachbar große Modernisierungsschübe erfahren, während Laos dieser Entwicklung noch hinterher hinkt. Während sich Vientiane nur zögerlich entwickelt, explodierte die Bautätigkeit in Saigon regelrecht: Die alte Wirtschaftsmetropole von Südvietnam, von den Kommunisten hart für die Unterstützung der Amerikaner bestraft und heute noch offiziell Ho-Chin-Minh-City genannt, ist auf dem besten Weg, den alten Glanz wieder zu erlangen und auch Bangkok ernsthafte Konkurrenz zu machen. Die Hauptstadt Hanoi im Norden lässt es langsamer angehen, doch im Vergleich zur zweitgrößten Stadt von Laos, dem verschlafenen Luang Prabang, ist Hanoi meilenweit voraus.

Durch die lange Nord-Süd-Ausrichtung ist Vietnam ein einfach zu bereisendes Land: Besucher kommen meist in Hanoi an und verbringen einige Tage im Norden um die Stadt zu besichtigen und Ausflüge in die berühmte Bucht von Halong und ins Bergland von Sapa zu unternehmen. Mit dem „Reunification Express“ oder dem Flugzeug geht es dann bequem gen Süden, zunächst nach Hue und Hoi An und schließlich weiter in den Süden mit dem Mekong-Delta. Nach einigen Strandtagen in Nha Trang erfolgt die Abreise über Ho-Chin-Minh-City. Laos dagegen verfügt über keine nennenswerte Eisenbahn und die Flugverbindungen sind abgesehen von einigen größeren Städten eher schlecht als recht. Individualreisende sind auf lange Busfahrten angewiesen.

Ein Vietnamurlaub bietet weniger imposante religiöse Bauten als Laos mit den vielen Tempeln von Luang Prabang und Vientiane, doch dafür wunderschöne Strände, an denen in den letzten Jahren viele moderne Luxusressorts entstanden. Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis zum Beispiel der 10km lange Strand zwischen Hoi An und Da Nang komplett zugebaut sein wird.

Laos oder Vietnam? Laos punktet mit Natur und Charme
Laos oder Vietnam? Laos punktet mit Natur und Charme

Party und Alkohol

Wer keinen Urlaub ohne Party und Alkohol verbringen kann, sollte auf jeden Fall Vietnam wählen – das Nachtleben von Saigon ist seit Jahrzehnten legendär und hat nichts von seiner Attraktion verloren. Rund um die Backpacker-Meile Pham Ngu Lao und entlang Dong Khoi ist bis spät in die Nacht hinein der Bär los und betrunkene Farangs fallen hier weitaus weniger negativ auf als als Vang Vieng oder gar in Luang Prabang. Ähnlich wie in Thailand sind auch die Bewohner Vietnams durchaus bereit, westliche schlechte Manieren mit einem toleranten Lächeln zu akzeptieren, solange anschließend die Kasse stimmt.

Vietnam kann mehr Komfort bieten

Das vietnamesische Reiseziel ist zwar lange nicht mehr so günstig wie noch vor einigen Jahren, doch Touristen, die auf ihr Budget achten müssen, finden überall günstige Unterkünfte und günstiges Street Food wie die allgegenwärtige Pho-Suppe. Die touristische Infrastruktur ist gut ausgebaut und für westliche Besucher dürfte ein entscheidender Vorteil sein, dass die vietnamesische Sprache in westlicher Schrift geschrieben wird. Auch wer die Sprache nicht spricht, kann zumindest problemlos Ortsschilder, Straßenschilder und ähnliches lesen. Ein weiterer Vorteil für Reisende ist die Tatsache, dass in Vietnam viel mehr Ausflüge möglich sind, zum Beispiel ab Saigon ins Mekong-Delta oder zu den berühmten Vietcong-Tunneln von Cu Chi oder ab Hanoi in die Bucht von Halong. Dies erspart einiges an Kofferschleppen (oder Rucksacktragen).

Laos punktet mit Natur und Charme

Wer jedoch ein ruhiges, urtümliches Südostasien erleben will, in dem die Uhren langsamer gehen und der westliche Kommerz noch keinen so überdeutlichen Einzug gehalten hat, sollte lieber das laotische Ziel wählen. Die endlosen Wälder im Norden und die „4000 Inseln“ bieten eine unberührte Natur, die in Land noch wirklich geschützt und gepflegt wird, während die vietnamesischen Nationalparks teilweise in traurigem Zustand sind. Was nicht durch Waldrodungen und Industrialisierung zerstört wird, leidet heute unter unkontrolliertem touristischem Zustrom, darunter der Phong Nha-Ke Bang Nationalpark mit seinen berühmten Höhlen.

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Ein Fazit

Für Südostasien-Neulinge dürfte die vietnamesische Alternative das leichter zu bereisende Land sein, doch wer genügend Zeit mitbringt, sollte eine große Indochina-Reise planen, die in Saigon beginnt, in den Norden des Landes führt und von dort über die Grenze in das laotische Luang Prabang. Von dort geht es über Vientiane wieder gen Süden durch Kambodscha mit Angkor Wat zurück nach Saigon.

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